Vor 80 Jahren wurde die UN gegründet, vor 30 Jahren geschah die Katastrophe von Srebrenica – eine Quintessenz. Ist es Zeit für eine «World Management Authority»?
Albert T. Lieberg in DER ZEITPUNKT
Die USA von Trump regiert die Welt schwindelig, der chinesische Gigant wartet ruhig auf die Morgenröte, Russland strauchelt, die europäischen Staaten beraten im Nichtschwimmerbecken der Geschichte. Die My-Country-First-Doktrin, das Ignorieren des internationalen Rechts, die systematische Untergrabung demokratischer Grundwerte, Fake-News, die Willkür des militärisch und wirtschaftlich Stärkeren: All das gehört mittlerweile zur neuen Normalität auf unserem schönen Planeten – stillschweigend akzeptiert, halbherzig kritisiert, öffentlich applaudiert.
Wer gibt da noch was auf die Vereinten Nationen, auf die UN? Überbürokratisiert, finanziell völlig ausgeblutet, blockiert durch den sogenannten Weltsicherheitsrat, politisch gänzlich irrelevant. Ihre sofortige Auflösung wäre zeitgemäss und überfällig. Aber brauchst es eine Alternative zum Diktat der Bipolarität, zum Diktat der samt-demokratischen Gewaltdiktatur?…

